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Manchmal liegen Menschen miteinander im Clinch. So jedenfalls ein Offizier und sein Unteroffizier. Dem Offizier ist es schon seit langem ein Ärgernis, dass sein Unteroffizier fromm ist. Eines Tages nimmt er ihn vor versammelter Mannschaft auf die Schippe. Er fragt ihn: „Siehst du den Baum dort?“ Antwort: „Ja.“ „Siehst du dahinten die Blumen?“ Antwort: „Ja.“„ Und siehst du da oben die Wolken?“ „Ja.“ Der Offizier fragt noch einmal: „Und siehst du irgendwo Gott?“ Der Unteroffizier: „Nein.“ Die Kompanie brüllt vor Lachen. Nach einem kurzen Augenblick revanchiert sich der Unteroffizier: „Herr Offizier, gestatten sie mir, dass ich nun einige Fragen stelle!“ „Aber natürlich“, lacht der Offizier überlegen zurück. Nun wendet sich der Unteroffizier an seine Kompanie und fragt: „Seht ihr die Beine des Herrn Offizier?“ Antwort: „Ja.“ „Seht ihr seine Arme?“ Antwort: „Ja.“ „Seht ihr seine Ohren?“ Antwort: „Ja.“ „Und sagt mir, seht ihr sein Gehirn?“ Wieder ein brüllendes Gelächter.
Wirklich schlagfertig, diese Retourkutsche des Unteroffiziers. Ob sich die Frage nach der Existenz Gottes aber so einfach beantworten lässt? Wohl kaum. Viele Menschen werden von Zweifeln geplagt. Viele schleppen eine Kette von Fragen mit sich herum. Oder sie kämpfen gegen Mauern von Vorbehalten: „Was soll mir der Glaube schon bringen? Ist mehr was für alte Leute.“ Wie hilfreich ist es, dass auch das Neue Testament von Menschen berichtet, die mit dem Glauben an Jesus Probleme haben. Einer davon ist Nathanael. Wir hören von ihm in Johannes 1, 43-50.
Nathanael - ein Mann mit Vorbehalten. Ein Mann, der offen seine Bedenken gegen Jesus äußert. Als sein Freund Philippus ihm begeistert erzählt, dass er Jesus kennen gelernt hat, da lehnt sich Nathanael nur gelangweilt zurück und fragt: „Ach, was kann schon aus Nazareth Gutes kommen?“ (46).
Damit will er sagen: „Du Philippus! Das kann doch nicht dein Ernst sein. Dieser Juniorchef einer Holzfirma – der Sohn Gottes! Und dann noch aus dem Nest Nazareth. Wenn er wenigstens noch einen theologischen Abschluss an der Universität Jerusalem vorweisen könnte. Aber nichts. Nein, Philippus. Aus diesem Kaff Nazareth kommt bestenfalls der Kreismeister im Kuhmelken. Aber niemals der Messias, wie ihn unsere Propheten angekündigt haben.“

Lieber Leser, es ist spannend zu beobachten, wie Jesus mit diesem Zweifler umgeht:

Das Erste: Er sieht den Zweifler und kommt auf ihn zu.

Jesus macht um den kritischen Fragesteller keinen großen Bogen. Im Gegenteil. Er stellt sich den bohrenden Fragen. Er schaut dem Fragesteller sogar hinter die Pupillen: „Bevor dich Philippus aufsucht, da sah ich dich schon unter dem Feigenbaum.“(48) „Da sah ich dich schon!“ Welch ein Satz! „Ich sah dich, als du vor einigen Tagen im Sofa geheult hast, weil deine Ehe kaputt ist.“ Oder: „Ich sah dich gestern bei deinem Waldspaziergang. Du warstso verbittert, so verzweifelt, weil du mit deinem Leben nicht mehr klarkommst.“ Welch ein Blick der Liebe, mit dem uns Jesus aufsucht und anschaut! Nathanael fühlt sich von Jesus in Liebe durchschaut. Und deshalb lässt er mit sich reden.


Ein Zweites: Jesus durchschaut, dass Nathanael eine ehrliche Haut ist.

Deshalb auch das Lob: „Da kommt ein wahrer Israelit, ein Mann ohne Falschheit.“(47) Jesus merkt: In Nathanael begegnet ihm ein echter Zweifler, eine ehrliche Haut. Gewiss nicht selbstverständlich. Wie viele Menschen „spielen“ mit ihrem Zweifel. Wie oft sind Zweifel nur ein Alibi, um nicht glauben zu müssen. Solche Zweifel sind im Grunde nur ein Trick, um sich Jesus vom Leibe zu halten. Vor jedem Zweifel steht der heimliche Satz: „Ich will gar nicht glauben!“
Im Grunde „flirte“ ich nur mit der Wahrheit. Ein Flirt mit der christlichen Botschaft! Aber eine wirkliche Begegnung mit Jesus ist nicht erwünscht. Was sollten dann vielleicht die Freunde denken.


Lieber Leser,
wir Menschen können sehr raffiniert sein, wenn es darum geht, Jesus auf Distanz zu halten. Nathanael hingegen ist ein Zweifler, der an seinem Zweifel leidet. Echte Zweifler erkenne ich daran, dass die Zweifel ihnen weh tun. Da will jemand zur Gewissheit des Glaubens finden. Aber er kann noch nicht. Gehören Sie zu solchen echten Zweiflern? Ich wünsche mir, dass möglichst viele unter uns solch einen Zweifel noch kennen. Einen Zweifel, der wie Feuer in der Seele brennt. Einen Zweifel, der uns dann aber in die Arme Jesu treibt.

Ein Letztes: Zu Nathanael wird gesagt: „Komm und sieh!“ (46)

Nathanael soll nicht übertölpelt werden. Zur Gewissheit des Glaubens finde ich auch nicht durch stundenlange Diskussionen. Es heißt nur knapp: „Komm und sieh!“ Gib deine Zweifel bei Jesus ab! Gib ihm auch alle Trümmerstücke
deines Lebens! Wage den Schritt des Glaubens!

Rainer Heuschneider

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Tageslosung

Tageslosung von Montag, 03. August 2020
Den Demütigen wird der HERR Gnade geben.
Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst.

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„Und alles Volk hörte ihn gern“

Im vergangenen Herbst führten wir eine Gemeindefahrt nach Israel durch.
Zunächst waren wir in Nazareth untergebracht. Dort befand sich im Hotel an jeder Zimmertür ein „Mesusa“, eine kleine Holzkapsel. Wer sie öffnet, entdeckt darin ein altes jüdisches Bekenntnis aus dem 5. Mosebuch, Kapitel 6: „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ (6, 4 f).
Egal, ob ich das Hotelzimmer verlasse, oder ob ich heimkehre: Ich werde daran erinnert, auf Gott zu hören und mein Leben ganz auf Gott auszurichten (5. Mose 6, 4 f).

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