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 - Matth. 8, 27 -

Da ist ein Angler. In aller Frühe macht er sich auf zu einem See. Im Handgepäck trägt er seine Angel mit sich, einen Eimer mit Würmern und ein Metermaß. Warum ausgerechnet ein Metermaß? Jeder Fisch, der anbeißt, wird abgemessen. Ist der Fisch größer als 25 cm, wirft ihn der Angler ins Wasser zurück. Neue Fische unter 25 cm behält er für sich.

Ein Feriengast befindet sich ebenfalls früh auf den Beinen. Interessiert beobachtet er von einer Bank den Angler. Nach einer Weile geht er neugierig auf ihn zu und fragt: „Warum behalten Sie nur die kleinen Fische? Wieso werfen Sie gerade die größeren wieder in den See zurück?“ „Naja“, antwortet der Hobbyangler: „Meine Bratpfanne zuhause misst nur 25 cm Durchmesser. Ich nehme nur die Fische mit heim, die in meine Pfanne passen.“

Wir mögen schmunzeln. Mir ist aber diese Geschichte zu einem Bild geworden: Wie viel Raum bekommt Gott in der „Bratpfanne“ meines Herzens, meines Denkens? Bleibt genügend Platz für die Größe Gottes? Oder grenze ich Gott durch meine menschlichen Maßstäbe erheblich ein?

In unserm Bibelwort hören wir über Jesus Christus:

Die Menschen verwunderten sich und sprachen: „Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?“ (Matthäus 8, Vers 27)

Irgendwie hat Jesus ihren Glaubenshorizont gesprengt. Was ist geschehen?

Mit seinen Jüngern steigt Jesus in ein Boot und legt sich schon bald zur Ruhe (Matthäus 8, Vers 23 ff). Mitten auf dem See gerät die Crew überraschend in einen Sturm. Während Jesus in aller Ruhe weiterschläft, kämpfen seine Jünger verzweifelt gegen die Wellen an. Erst, als ihnen das Wasser quasi bis zum Halse steht, rufen sie Jesus um Hilfe. Dabei haben sie zuvor schon einige Male erfahren, dass Jesus einen große Macht hat, in dem er Schwerstkranke heilt (Matthäus 8, Vers 1 ff). Aber das dieser Jesus auch im Sturm helfen kann, das übersteigt die „Bratpfanne ihres Glaubenshorizontes“.

Und ich muss zugeben: Ich kenne diesen Kleinglauben auch bei mir. Vielleicht nicht so sehr aus Sturmerfahrungen auf See, sondern eher in anderen „Stürmen des Lebens“. Immer wieder verliere auch ich im Alltag Jesus und seine Möglichkeiten aus dem Blick.

Hier in der biblischen Geschichte lässt sich Jesus nicht zweimal bitten. In seiner Macht als Sohn Gottes gebietet er dem Sturm Einhalt.

Wie wichtig ist es, die Größe Gottes im Blick zu behalten?

Die kleine „Bratpfanne“ des Anglers ist mir ein mahnendes Beispiel.

 

Pfarrer Rainer Heuschneider

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