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Im vergangenen Herbst führten wir eine Gemeindefahrt nach Israel durch.
Zunächst waren wir in Nazareth untergebracht. Dort befand sich im Hotel an jeder Zimmertür ein „Mesusa“, eine kleine Holzkapsel. Wer sie öffnet, entdeckt darin ein altes jüdisches Bekenntnis aus dem 5. Mosebuch, Kapitel 6: „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ (6, 4 f).
Egal, ob ich das Hotelzimmer verlasse, oder ob ich heimkehre: Ich werde daran erinnert, auf Gott zu hören und mein Leben ganz auf Gott auszurichten (5. Mose 6, 4 f).

Ein Mesusa nahmen meine Frau und ich mit nach Hause. Sie befindet sich nun im Eingangsbereich unseres Pfarrhauses und ruft uns auch hier ins Gedächtnis: Sei hörbereit, richte im Alltag dein Leben auf Gott aus!
Im Markusevangelium ist übrigens von „hörbereiten“ Menschen die Rede. Markus 12 erzählt davon (V. 35 f), dass Jesus auf dem Tempelareal in Jerusalem eine kurze Predigt hält. Jesus will verdeutlichen, dass er als Messias noch viel mehr sei als nur ein Nachkomme des Königs Davids. Demütig sprach David von ihm als seinen „Herrn“.

Abschließend heißt es dann: „Und alles Volk hörte ihn gern“ (Markus 12, 37). Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, wenn es um Gott geht. Wir leben in einer „gehörlosen Gesellschaft“. Viele Menschen schalten auf Durchzug, wenn es um den christlichen Glauben geht. Lieber lassen sie sich von Musik und vielen belanglosen Beiträgen berieseln, als auf Gottes Wort zu achten.
So überhören sie das Wichtigste. Denn was Jesus zu sagen hat, das betrifft unser jetziges Leben, reicht aber weit über den Tod
hinaus in die Ewigkeit. Das hat zum Beispiel auch Maria (Lukas 10, 38 f) verstanden, als Jesus in ihr Haus einkehrt. Während sich ihre Schwester Martha abrackert, um Jesus und seine Leute zu bedienen, da nimmt sich Maria Zeit und hört Jesus zu. Und als Martha sich bei Jesus über „ihre scheinbar faule Schwester“ beschwert, da weist er sie in die Schranken: „Martha, deine Schwester hat die richtigen Prioritäten gesetzt. Auf Gott hören ist jetzt wichtiger als alles Abschuften, um eine gute Gastgeberin zu sein.“
Und Sie? Würde auch für Sie gelten: „Alles Volk hört Jesus gern – auch ich?“ Nehmen Sie sich Zeit, um auf Gott zu hören? Lesen
Sie für sich regelmäßig in der Bibel? Wichtig ist es, dass wir uns das Wort Jesu zu Herzen nehmen. Egal, ob Gott mich aufrütteln
will, ob er mich korrigiert. Oder ob er ganz leise zu mir spricht, tröstend, behutsam. Wer Gott lang genug sein Ohr leiht, der wird für sich irgendwann den Herzschlag Gottes hören.
Daran erinnert mich täglich die „Mesusa“ an unserer Haustüre.

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Tageslosung

Tageslosung von Freitag, 07. August 2020
Der HERR wird Zion wieder trösten.
Aus großer Todesnot hat er uns errettet und wird er uns erretten; auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt.

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Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken!

Diese Skulptur aus Yad Vashem beeindruckt mich immer wieder. Sie steht dort als Mahnmal auf der Erinnerungsstätte an den Holocaust im Dritten Reich, einige Kilometer außerhalb der Altstadt Jerusalems. Da erkennt man Janusz Korczak, ein Erzieher und Arzt aus Polen. Um ihn herum stehen ganz eng die Kinder, die ihm in einem jüdischen Waisenhaus anvertraut wurden. Sie blicken verängstigt, ja fast erstarrt. Als diese
Kinder von deutschen Soldaten in ein Konzentrationslager abtransportiert wurden, ließ sie Korczak nicht im Stich. Freiwillig blieb er an ihrer Seite. Und als die Kinder dort 1942 umgebracht wurden, ging er mit ihnen gemeinsam in den Tod. Mich beeindruckt der Mut und die Treue dieses polnischen Lehrers zu seinen Schülern.

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